
Episode #8 Warum du Störgefühle nicht ignorieren solltest!
Eine Sache, die mit bei meiner Arbeit als Coach und als Therapeutin immer wieder auffällt ist diese:
Viele Menschen neigen dazu, innere Störgefühle, z. B. negative Emotionen, schlechte Stimmungen, ein körperliches Missempfinden, eine innere Anspannung usw. über weite Strecken zu ignorieren.
Gleichzeitig gilt: Wenn du dich auf den Weg machen möchtest zu mehr Wohlbefinden, mehr Zufriedenheit und mehr persönlicher Entwicklung, ist es ein entscheidender Faktor, dass du dich selbst gut im Blick hast und dass du in der Lage bist, deine inneren Störsignale wahrzunehmen, sie ernst zu nehmen und darauf zu reagieren. Du brauchst einen guten Zugang zu deiner inneren Welt.
Warum das so wichtig ist und wie der Zusammenhang ist zwischen deiner persönlichen Entwicklung und der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, das schauen wir uns jetzt an.
Der Umgang mit Gefühlen fällt vielen Menschen schwer
Im Coaching arbeite ich viel mit Menschen, die mit bestimmten Herausforderungen oder Problembereichen zu kämpfen haben und die an einem Punkt angelangt sind, an dem sie selbst nicht mehr weiter kommen.
Sie fühlen sich z. B. gestresst, sind erschöpft, fühlen sich ausgebrannt oder sind unzufrieden mit ihrem Leben oder bestimmten Lebensbereichen.
Wenn ich zu Beginn des Coaching Prozesses genauer nachfrage, wie sich die Problematik entwickelt hat, dann wird oft deutlich: Die Entwicklung ging schleichend über Monate oder sogar Jahre.
Wenn ich dann weiter frage: „Wie sind Sie denn über diese ganze Zeit mit dieser Belastung umgegangen?“, erhalte ich Antworten wie:
„Ich hab versucht es zu ignorieren.“
„Ich habe einfach weiter gemacht wie immer.“
„Ich habe mich abgelenkt.“
„Ich hab gehofft, dass es von alleine wieder weg geht.“
„Ich hab versucht es zu unterdrücken.“
Häufig klappt es sogar, das unangenehme Gefühl eine Weile zur Seite zu schieben und so zu tun als wäre nichts. Meistens geht diese Strategie allerdings nicht auf. Irgendwann meldet sich das schlechte Gefühl zurück, häufig ist es dann sogar stärker als zuvor und es lässt sich nicht mehr ignorieren. Das ist oft der Punkt, an dem Menschen sich Unterstützung suchen durch Coaching oder Therapie.
Beim Umgang mit Gefühlen gibt es drei Schwierigkeiten
Wie schon gesagt, fällt der Umgang mit Gefühlen vielen Menschen schwer. Aber was genau bereitet Menschen Schwierigkeiten? Meiner Erfahrung nach gibt es hier drei Bereiche:
- Menschen haben Schwierigkeiten damit, ihre Störgefühle überhaupt wahrzunehmen. Sie merken nicht, was innerlich gerade los ist und wie es ihnen geht. Es fällt ihnen schwer, ihre Aufmerksamkeit nach innen zu richten und in die Rolle eines „inneren Beobachters“ zu gehen, der wahrnimmt, welche inneren Prozesse gerade ablaufen.
- Menschen ist nicht bewusst, wie wichtig und entscheidend es ist, die innere Welt wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Viele Menschen bemerken ein Gefühl, nehmen es aber nicht ernst: „Ich merke, da ist irgendwas, aber ich schaue lieber weg und hoffe, dass es wieder verschwindet“.
- Vielen Menschen fehlen Strategien, um mit Störgefühlen umzugehen. Sie wissen nicht, was sie mit den Gefühlen anfangen sollen und wie sie sich wieder in ein inneres Gleichgewicht bringen können. Das begünstigt wiederum die Tendenz, Gefühle zu unterdrücken.
Warum sollte man die innere Welt ernst nehmen?
Über Emotionen, Stimmungen, Körperempfindungen erhalten wir Zugang zu unserem Bedürfnissystem. Das ist der Bereich deiner Psyche, in dem abgespeichert ist, was du brauchst, damit es dir gut geht und damit du zufrieden bist und ausgeglichen.
Es handelt sich hier um ein komplexes System mit vielen Kategorien von Bedürfnisse. Angefangen bei körperlichen Bedürfnissen wie Nahrung, Bewegung oder Schlaf, beinhaltet es ebenso komplexere Bedürfnisse wie Bedürfnisse in Beziehungen, deine Interessen, intellektuelle Bedürfnisse, deinen Selbstwert oder deine persönlichen Entwicklungsbedürfnisse.
Im Bedürfnissystem ist alles hinterlegt, deine Psyche und dein Organismus brauchen, um sich wohl zu fühlen, um im Gleichgewicht zu sein und um zufrieden und glücklich zu sein.
Das Bedürfnissystem ist dementsprechend entscheidend für deine Lebenszufriedenheit.
Das Bedürfnissystem kann nicht gut kommunizieren
Beim Umgang mit Bedürfnissen gibt es eine Schwierigkeit: Das Bedürfnissystem hat ein paar kleine Kommunikationsprobleme. Es kommuniziert nicht direkt mit uns, indem es uns klare Anweisungen schickt wie: „Du bist gerade aus deinem inneren Gleichgewicht. Mach heute mal pünktlich Feierabend und geh zum Yoga.“ Stattdessen sendet uns das Bedürfnissystem Informationen und Hinweise verschlüsselt in Form von Gefühlen, Stimmungen, Körpersignalen und Körperempfindungen. Statt der klaren Yoga Anweisung, sendet es dir vielleicht innere Unruhe oder ein Ziehen im Rücken, was dir dann sagt: „Du musst etwas für dich tun! Sorg für Ausgleich und Bewegung!“ Es liegt allerdings an dir, die Botschaft zu verstehen und zu entschlüsseln.
Die Signale, die das Bedürfnissystem dir sendet, gehen in beide Richtungen:
Wenn du eine angenehme Stimmungslage hast, dich körperlich wohl fühlst und vorwiegend positive Emotionen erlebst, heißt das in der Regel, dass du gut im Gleichgewicht bist und im Einklang mit deinen Bedürfnissen lebst.
Wenn du ständig Störgefühle geschickt bekommst, dich unwohl fühlst, deine Stimmung bedrückt ist, du unangenehme Körpersignale bekommst usw., heißt das vermutlich, dass etwas ist in Schieflage ist und du dich nicht gut um dich und deine Bedürfnisse gekümmert hast.
Deine Gefühle, Stimmungen und Körperempfindungen sind dein einziger und wichtiger Zugang zu deinem Bedürfnissystem!
Was passiert, wenn du Störgefühle ignorierst?
Das kann man ganz gut an körperlichen Störgefühlen verdeutlichen:
Sagen wir mal du hast Zahnschmerzen. Sie fangen leicht an, du ignorierst sie und denkst dir, dass sie schon von alleine wieder weg gehen werden. Dann melden sie sich wieder und wieder und irgendwann kannst du sie nicht mehr ignorieren, du gehst zum Arzt und hast eine schmerzhafte Zahnbehandlung vor dir. Vielleicht fragt dich der Zahnarzt dann auch noch: „Warum sind Sie nicht eher gekommen?! Dann hätte man das Ganze noch abwenden können.“ Du fühlst dich schlecht und nimmst dir vor, beim nächsten Mal direkt zum Arzt zu gehen. Die Message dieses Beispiels lautet also: Du hast ein körperliches Störsignal ignoriert und musst dich am Ende mit den schmerzhaften negativen Konsequenzen herumschlagen.
So ähnlich läuft das beim psychischen Wohlbefinden auch ab: Wenn du psychische Störsignale wie Stress, schlechte Stimmung, negative Emotionen über längere Zeiträume ignorierst, wirst du dich sehr wahrscheinlich mit negativen Konsequenzen auseinandersetzen müssen. Die Konsequenzen zeigen sich möglicherweise zunächst in Form von größerer Unzufriedenheit, Unausgeglichenheit und schlechten Wohlbefinden. Mittelfristig macht dich das innere Unausgeglichenheit anfälliger für psychische Erkrankungen.
Denn was du dir bewusst machen solltest, ist das Folgende:
Jedes Mal, wenn du ein Störgefühl ignorierst, ignorierst du gleichzeitig ein Bedürfnis!
Und wenn du dich nicht gut um deine Bedürfnisse kümmerst, wirst du psychisch geschwächt. Du kannst nicht ohne negative Konsequenzen an deinen Bedürfnissen vorbei leben.
Die Verkettung ist also Folgende:
Du ignorierst ein Störgefühl à Du ignorierst ein Bedürfnis à Du schwächst dein psychisches Wohlbefinden und damit deine Lebenszufriedenheit.
Daraus ergibt sich noch eine weitere wichtige Konsequenz:
Wenn du nicht gut für deine Bedürfnisse sorgst und aus deinem inneren Gleichgewicht bist, kannst du dich nicht persönlich weiter entwickeln.
Du hast dann keinen vollen Zugang zu deiner Energie, deinen Stärken und deinen Potenzialen. Wenn die Basis nicht stimmt, kann kein Wachstum stattfinden.
Call to Action: Jetzt bist du dran!
Ich empfehle dir deshalb einen kleinen Check-Up zu machen und die folgenden drei Fragen zu beantworten:
- Wie gut ist dein Zugang zu inneren Welt? Nimmst du wahr, wie es dir geht und was in dir gerade los ist?
- Nimmst du deine innere Welt ernst? Ist dir bewusst, dass du dich um innere Prozesse kümmern solltest?
- Kennst du wirksame Strategien, um deine Gefühle und Stimmungen zu regulieren und um dich wieder ins Gleichgewicht zu bringen?
Du wünschst dir dabei meine Unterstützung oder möchtest deine Antworten und Erkenntnisse mit mir teilen?
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