
Episode #7 Selbstzweifel – Ist die Kindheit schuld?
In der letzten Folge ging es um eine meiner wichtigsten Erkenntnisse des Jahres 2020: Ein starkes Selbst ist jetzt wichtiger als je zuvor! Ein zentraler und entscheidender Bestandteil des starken Selbst ist definitiv ein starkes und positives Selbstwertgefühl.
Das Selbstwertgefühl ist gleichzeitig ein Thema, mit dem viele Menschen zu kämpfen haben. Da das Selbstwertgefühl eines meiner Coaching- Schwerpunktthemen ist, habe ich es viel mit Kunden zu tun, die unter Selbstzweifeln leiden. Häufig zweifeln ausgerechnet diejenigen an sich, die sehr viele positive Eigenschaften mitbringen und die nach objektiven Maßstäben kompetent und erfolgreich sind.
Immer wieder stellt sich die Frage nach den Ursachen der Selbstzweifel und häufig werde ich gefragt:
Ist die Kindheit schuld? Ist damals etwas schiefgelaufen, das bis heute Nachwirkungen hat?
Genau dieser Frage wollen wir heute nachgehen!
Die Kindheit ist eine besonders wichtige Lebensphase
Es ist ein häufiges Vorurteil, dass Psychologen ständig über die Kindheit reden wollen. Ganz so stimmt das sicher nicht, aber Tatsache ist: Die Kindheit ist eine wichtige und prägende Lebensphase.
Bei der Entwicklung unseres Selbstbilds, unserer Persönlichkeit und unseres Selbstwerts spielt die Kindheit eine bedeutsame Rolle. Es geht hier um die Erfahrungen, die wir in der Kindheit machen.
Wenn ein Kind geboren wird, ist es alleine nicht überlebensfähig. Es ist sozusagen noch unfertig und darauf angewiesen, möglichst schnell möglichst viel zu lernen, um sich zu entwickeln und sich immer besser in der Welt zurecht zu finden. So steigen die Überlebenschancen.
In der Kindheit ist das Gehirn noch in der Entwicklung und im Aufbau, man spricht von Neuroplastizität, d.h. das Gehirn ist besonders formbar und empfänglich für Lernerfahrungen. Es ist in der Kindheit für unser Gehirn besonders einfach, neue Verknüpfungen herzustellen und neue Netzwerke aufzubauen, was heißt, es ist leicht zu lernen.
Dementsprechend prägen uns Erfahrungen aus der Kindheit und Jugend besonders nachhaltig, weil die besonders gut in unseren neuronalen Netzwerken abgespeichert werden.
Wie entsteht das Selbstwertgefühl?
Zu den prägenden Lernprozessen, die in der Kindheit ablaufen, gehört auch, dass wir uns selbst kennenlernen: Wir lernen in der Kindheit viel über uns selbst und sammeln Wissen über uns als Person. Wir bilden ein erstes Modell darüber, wer wir sind und was uns ausmacht. Hier wird die Basis für das spätere Leben, unser Selbstbild und unseren Selbstwert gelegt.
Für die Entwicklung unseres Selbstbilds und des Selbstwertgefühls spielen zum Einen gewisse genetische Voraussetzungen eine Rolle, also angeborene Charaktereigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale wie z. B. Ängstlichkeit, Introversion oder Extraversion. Durch die Gene ist unser Schicksal aber nicht vorbestimmt.
Der zweite entscheidende Punkt, der unsere Entwicklung beeinflusst, ist die Umwelt, in der wir aufwachsen. Für das Selbstwertgefühl ist insbesondere die Resonanz wichtig, die wir von den Menschen bekommen, mit denen wir viel Zeit verbringen. Es geht um die Reaktionen und die Signale, die wichtige Bezugspersonen einem Kind senden, also Eltern, Geschwister oder andere nahestehende Menschen.
Vereinfacht gesagt: Die Signale, die ein Kind von seinen engen Bindungspersonen erhält werden quasi umgewandelt oder übersetzt in das Selbstbild und in Grundüberzeugungen über die eigene Person.
Erhält ein Kind wertschätzende, liebevolle Signale und positive Aufmerksamkeit, bilden sich wahrscheinlich positive Überzeugungen über die eigene Person, z. B. „Ich bin ok.“, „Ich bin liebenswert.“, „Ich bin wichtig.“, „Ich bin gut so wie ich bin.“. So entsteht ein positiver Selbstwert.
Erhält ein Kind hingegen negative oder gleichgültige Signale, bilden sich wahrscheinlich negative Überzeugungen wie: „Ich bin nicht wichtig“, „Ich bin nicht ok.“, „Ich bin anstrengend.“, „Ich bin nicht gut genug.“ So entsteht ein negativer Selbstwert mit Selbstzweifeln.
Die negativen oder positiven Überzeugungen oder „Glaubenssätze“, die in der Kindheit entstehen, sind oft sehr fest verankert und können einen Menschen bis ins Erwachsenenalter begleiten und beeinflussen.
Natürlich passieren im Laufe des Lebens noch viele andere Dinge, die den Selbstwert beeinflussen können, die Erfahrungen der Kindheit haben aber oft eine besondere Bedeutung.
Wieso lohnt sich die Ursachenforschung bei Selbstzweifeln?
Erfahrungen aus der Kindheit sind also definitiv eine mögliche Ursache für Selbstzweifel im Erwachsenenalter. Vor allem, wenn die Selbstzweifel sehr hartnäckig sind und im Laufe des Lebens immer wieder aufgetreten sind, haben sie ihren Ursprung wahrscheinlich in der Kindheit oder Jugend.
Es gibt jedoch auch Selbstzweifel, die nichts oder wenig mit der Kindheit zu tun haben. Die Ursache liegt hier meistens in aktuellen belastenden Lebensumständen oder einschneidenden Lebensereignissen wie z. B. Trennung, Probleme am Arbeitsplatz oder Misserfolgserlebnisse. So etwas kann auch jemanden mit einem positiven Selbstwert mal aus der Bahn werfen und zu Selbstzweifeln führen.
Es ist im Coaching oder der Therapie wichtig, die Ursachen heraus zu finden. Denn nur so kann man dann die passenden Strategien wählen, die gegen die Selbstzweifel helfen und herausfinden, was der Betroffene braucht, um sich innerlich zu stärken.
Das Selbstwertgefühl ist kein Schicksal, das man annehmen muss!
Auch wenn man aus der Kindheit bestimmte Vorbedingungen mit bekommt, heißt das nicht, dass das Selbstwertgefühl für den Rest des Lebens in Stein gemeißelt ist und etwas ist, mit dem man sich abfinden muss.
Ganz im Gegenteil: Das Selbstwertgefühl bleibt das ganze Leben lang flexibel, veränderbar und beeinflussbar!
Es gibt viele gute Strategien, die dabei helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken und sich von Selbstzweifeln zu verabschieden. So wird der Weg frei für Erfolg, Zufriedenheit und die volle Entfaltung von Potenzialen und Stärken.
Nimm dein Selbstwertgefühl jetzt in die Hand!
Wenn du jemand bist, der unter Selbstzweifeln leidet, wenn dir die Unsicherheiten immer wieder im Weg stehen, dich blockieren und deine Energie rauben, fang am besten jetzt an, etwas für dich zu tun und dich innerlich zu stärken. Du wirst überrascht sein, was alles möglich ist, wenn du dich nicht mehr selber klein machst.
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