Ich möchte ja etwas ändern, aber...

Wahrscheinlich kennst du dieses Phänomen: Du nimmst dir vor, irgendetwas in deinem Leben zu verändern. Sei es mehr Sport, gesündere Ernährung, mehr Zeit mit den Kindern verbringen, zum Yoga gehen, mit dem Rauchen aufhören, mehr lesen, weniger Netflix, weniger Handykonsum… Vielleicht hast du dir sogar ein Ziel für 2020 gesetzt -ein guter Neujahrvorsatz – und dir fest vorgenommen, es jetzt wirklich ernsthaft anzugehen. Normalerweise handelt es sich dabei um Themen, die uns schon eine Weile immer wieder mal beschäftigen und die mit einer gewissen Unzufriedenheit verbunden sind. 

VeränderungJetzt machen wir einen kleinen Zeitsprung. Vier Wochen später fällt dir wieder ein, dass du ja eigentlich etwas ändern wolltest. Und ja, du warst vielleicht zwei Mal im Fitnessstudio, hast Yoga Studios in deiner Nähe gegoogelt (dann aber vergessen, dich zur Probestunde anzumelden) oder vielleicht in der ersten Woche mehr Salat gegessen. So richtig geklappt hat es aber nicht mit der Veränderung, ist irgendwie untergegangen. 

So oder so ähnlich ist das vermutlich jedem von uns schon einmal passiert. Der Wille war da, aber dann auch wieder nicht. Die Motivation zur Veränderung ist erschreckend schnell wieder verschwunden. 

Wieso ist das mit der Veränderung eigentlich so schwer? Und was ist wichtig, damit Veränderungen dauerhaft funktionieren? 

Mach dir klar: Veränderung ist erstmal anstrengend!

Ich möchte an dieser Stelle keinen Pessimismus verbreiten, aber es ist wichtig, sich klar zu machen, dass jede Veränderung einen gewissen Aufwand für uns bedeutet. Veränderungen passieren nicht von alleine über Nacht, sie sind in den seltensten Fällen „Selbstläufer“. Es gibt nicht den Geheimtipp oder den berühmten Schalter, den man nur finden muss und dann geht es wie von selbst.

VeränderungVeränderungen funktionieren in kleinen Schritten und man muss über einen längeren Zeitraum dranbleiben, um neues Verhalten zur Gewohnheit zu machen. Die positiven und entlastenden Effekte der Veränderung werden hingegen oft erst mit einiger Verzögerung wirklich spürbar. Ein gutes Beispiel dafür ist für mich das Joggen. Wenn man damit neu anfängt, kann es eine echte Quälerei sein. Man ist nach 5 Minuten völlig fertig, muss erstmal einige Minuten gehen, um wieder Luft zu kriegen und fühlt sich wie der letzte Depp, wenn alle anderen entspannt an einem vorbei joggen. Außerdem hat man doch eigentlich gar keine Zeit dafür, der Tag muss anders geplant werden, wir sind genervt. Wenn man diese erste Phase allerdings übersteht und einige Wochen durchhält, merkt man plötzlich die positiven Effekte des Trainings. Die Kondition bessert sich deutlich, es tut gut, sich an der frischen Luft zu bewegen, es fängt an, Spaß zu machen, man fühlt sich im Alltag fitter und frischer. Das Laufen hat seine festen Platz gefunden und fügt sich gut in die Wochenplanung ein. 

An diesen Punkt zu kommen und nicht auf der Durststrecke dahin aufzugeben, ist aber nicht gerade einfach. 

 

Mach dir klar: Du musst eine klare Entscheidung treffen!

Wenn du die Veränderung durchhalten und nicht auf halber Strecke aufgeben willst, brauchst du Willenskraft und Entschlossenheit. Anders könnte man sagen: Du brauchst eine starke Veränderungsmotivation und musst diese Motivationslage über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten können. Das funktioniert in der Regel nur, wenn du die klare und deutliche Entscheidung triffst, dich zu ändern. Das klingt für dich jetzt vielleicht wie etwas Selbstverständliches. Meiner Erfahrung nach ist dieser Punkt jedoch häufig ein Hindernis. 

VeränderungViele Menschen treffen die Entscheidung, etwas verändern zu wollen eher halbherzig, sowas wie: „Es wäre sicher nicht schlecht mehr Sport zu machen.“ oder „Eigentlich sollte ich mal weniger Chips essen.“ Das reicht aber nicht aus, um die Veränderung wirklich konsequent umzusetzen und dauerhaft durchzuhalten. Erst Recht nicht, wenn es um eine größere und wichtigere Veränderung geht als Sport oder Chips. 

Viele Menschen habe die Neigung, Dinge sehr lange einfach laufen zu lassen. Es kommt vielleicht in kleineren oder größeren Abständen der Gedanke auf: „Da müsste ich eigentlich mal was tun.“. Er ist aber auch schnell wieder weg oder vielleicht wird er sogar bewusst zur Seite gedrängt, weil das Thema, um das es geht unangenehm, anstrengend oder belastend ist. Es besteht die Gefahr, dass weiteres Nachdenken uns aus unserer bequemen Routine heraus befördert und das löst Unbehagen aus. 

Voraussetzung für eine erfolgreiche Veränderung ist jedoch, dass du aufhörst wegzuschauen und anfängst dich mit dir auseinanderzusetzen. Wenn du diesen Beitrag bis hierher gelesen hast, bist du ja wahrscheinlich schon dabei, das zu tun. Der erste Schritt zum Aufbau von Veränderungsmotivation ist es, das Thema, das dich stört, in den Fokus deiner Aufmerksamkeit zu rücken und dich aktiv und bewusst damit zu beschäftigen. Und ja: es kann unangenehm sein, wenn man sich plötzlich eingesteht, dass man 10kg zu viel wiegt, kaum Zeit für seine Kinder hat, in der falschen Beziehung oder im falschen Job ist. Aber nur, wenn du dir ehrlich klar machst, dass gerade etwas schief läuft, und du es so nicht mehr willst, weil es dich zu viel kostet und dir zu viele Nachteile bringt, baut sich die Motivation auf, etwas zu ändern. Nur darin liegt die Chance für eine Veränderung. Parallel darfst du natürlich auch positiv Denken und dir gerne bildlich vorstellen, was alles besser wird, wenn du etwas änderst. Zeig dir selbst, wofür es sich lohnt. Wenn du diesen Prozess der Auseinandersetzung und des Abwägens durchlaufen hast, wird es dir nicht mehr schwer fallen eine klare Entscheidung zu treffen. 

Es ist an dieser Stelle noch wichtig zu erwähnen, dass du dich natürlich jederzeit dafür entscheiden kannst, dich nicht zu verändern. Auch dafür kann es gute Gründe geben. Mir ist es nur wichtig, dass du diese Entscheidung nach einer bewussten Auseinandersetzung triffst und nicht aus Vermeidung. 

Was du sonst noch brauchst, um eine Veränderung erfolgreich zu starten und langfristig zu verankern, erfährst du in den nächsten Blog Beiträgen. Du möchtest mehr wissen, hast Fragen oder Kommentare? Dann melde dich gerne bei mir.

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